Regina`s gespannte Seite


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Baltikum ...u.a. Kihnu: eine Insel, die es im Garmin gar nicht gibt


Baltikum im Sommer 2011

- in 3 Wochen durch vier Länder auf Landstraßen und anderen Wegen -



- Deutschland -

1.Tag, Freitag, 130 km: Da Martin und ich noch arbeiten mußten, fuhren wir erst gegen 16.30 Uhr los Richtung Norden. Dieser erste Abend wurde auch für Hannes zum Highlight, da wir einen Besuch bei Uwe, Kristine und deren Labbi Conner einlegten. Die Hunde hatten sich und wir Menschen einen schönen Abend...


2.Tag, Samstag, 370 km: Familienbesuch bei meinem Bruder in Bardowick b. Lüneburg. Leider führt uns der Weg nur selten Richtung Lüneburg und es war wieder einmal sehr schön, die Familie zu treffen. Meine Mutter (82) war auch da und so konnte sie auch endlich mal sehen, mit welchem Geraffel wir auf Reisen unterwegs sind. Martin erfüllte meinem Neffen Luca am nächsten Morgen noch einen Wunsch: Einmal auf der Sitzkiste seines Gespannes mitfahren...


3.Tag, Sonntag, 340 km: Ja ja, Reiselust steckt an... Mein Bruder begleitete uns ein Stück mit seinem Roller entlang der Elbuferstraße bis nach Dömitz. Ich glaub, ich bin noch nie vorher mit meinem großen Bruder zusammen Motorrad gefahren. ( Danke, Kayo! Wohin geht die nächste Tour? )
Dann folgten Ludwigslust – Plau am See – Neubrandenburg – eine eher langweilige Fahrt durch die Mecklenburgische Seenplatte - bis wir in Ückermünde auf einem Campingplatz das erste mal in diesem Urlaub unsere Zelte aufschlugen.
Endlich Urlaub! Da gehört zelten einfach dazu.
Leider gibt es auf der Durchreise von den mecklenburgischen Seen nicht viel zu sehen und die Straßen gehen doch eher geradeaus. Um mehr die Landschaft zu erkunden, hätten wir auch hier eine Nacht einlegen müssen, dafür fehlte aber schlichtweg die Zeit – wir wollten ja noch ein ganzes Stück Richtung Nordosten...

- Polen -

4.Tag, Montag, 450 km: Auf kleinen Nebenstraßen erreichten wir Polen und später auch Stettin. Stettin als Geburtsstadt meiner Mutter wollte ich einfach mal gesehen haben. Meine Mutter hatte mir schon viel von ihrer schönen Heimatstadt erzählt, uns reichte heute aber die Durchfahrt bei Hitze und Stau. Dabei fiel mir ein, dass wir unbedingt mal eine Städtetour unternehmen müssen. Ist doch schade, wenn man einfach nur durch diese alten Städte durchrauscht, ohne sich intensiver mit ihnen zu befassen. Aber wie gesagt, für diesen Tag reichte die Durchfahrt...
Von der Schnellstraße nach Novogard bogen wir auf eine kleine Nebenstrecke nach Kolobneg und später Richtung Koszalin – Richtung Dabkowice – und Slups ab.
In Wladislawowo fanden wir direkt an der Ostseeküste einen absolut leeren Campingplatz. Als einzige Gäste durften wir unsere Zelte mitten im Waldgelände aufbauen und genossen die Ruhe. Witzigerweise gab es ansonsten entlang der Küste auch völlig überfüllte Plätze, die touristisch „ voll erschlossen“ waren. Bei uns gab es nichts außer Wald, Maulwürfe und eine sehr steile, lange Treppe, die direkt zum Strand führte. Am Strand war dann schon mehr los: Jogger, Walker und Sonnenanbeter genossen die Sonne und ein paar Meter von uns entfernt verkauften Fischer ihren Fang direkt an Ort und Stelle.


5.Tag, Dienstag, 310 km: Ein sonniger Morgen,ein schönes Frühstück – und ein Spaziergang am Strand: So kann ein Tag beginnen ! An diesem Tag wollten wir unbedingt die Westerplatte anschauen:
Am 01. September 1939 ging das Panzerschiff „ Schleswig Holstein“ zum Angriff auf Westerplatte. Der 2. Weltkrieg begann.
Diesen Ort anzuschauen bedeutet in sich zu gehen, sich des Friedens bewußt zu werden, den wir nun schon seit über 60 Jahren erleben dürfen. Es ist bedrückend und uns wird deutlich, wie wichtig das Reisen in fremde Länder ist. Unbekannte Kulturen, Freundschaften schließen.
Nigdy wiecej wojny ! Nie wieder Krieg!
Weiter ging`s Richtung Masuren. Die bedrückenden Gedanken wurden schnell durch das Gerüttel der Gespanne auf den schon fast als Offroad zu nennenden Straßen verscheucht. Wenn man sich Westerplatte angeschaut hat, ist die Wolfsschanze, das Führerhauptquartier Hitler`s, auch ein interessant schauriges Anschauungsziel. Also stand die Etappe für diesen Tag fest. Als Unterkunft wählten wir an diesem Abend aber erst mal einen kleinen privaten Campingplatz ( Agroturystyka ) grad mal 5 Kilometer von der Anlage entfernt. Eine wohltuend nette Atmosphäre lag auf dem Platz, mit netten Gastgebern, spielenden Kätzchen und einem insgesamt ansprechenden Ambiente.

6.Tag, Mittwoch, 320 km: Heute stand der Besuch der Wolfsschanze an. Hier befand sich im 2. Weltkrieg das Führerhauptquartier mit seinen Betonbunkern, ausgerüstet mit 4-10 Meter dicken Mauern, das mitten im Wald gelegen gut versteckt und so vor Angriffen geschützt war. Etwas makaber erscheint eine kleine "Ausstellung " von Kriegsmaterial, so auch einem Gespann, wo man sich gegen Bezahlung mit Helm und Gewehr ausstatten kann, um entsprechende Fotos zu machen. Genauso eigenwillig erscheint einem das Angebot in einem der Bunkerreste, in dem man mit originalen Maschinengewehren aus dem 2. Weltkrieg auf aufgestellte Ziele schießen kann... auch eine Art, mit der Weltgeschichte umzugehen.
Insgesamt gesehen ist die Wolfsschanze ein eindrucksvolles Zeugnis des Größenwahns eines kleinen Österreichers.

Nebenbei bemerkt: Wir hatten netterweise die Möglichkeit, unsere Gespanne mit Gepäck, Helmen und allem, womit wir unterwegs waren, am Kassiererhäuschen zu parken. Sie waren zu keiner Zeit unbewacht und standen völlig sicher.

Weiter ging`s Richtung Litauen... völlig ohne Grenzkontrollen (!)...
... über Mariampole zum nächsten Zielort Trakai.


- Litauen -

7. Tag, Donnerstag,0 km Motorrad, 15 Km zu Fuß: Nach dem wir Gestern in Trakai angekommen waren, haben wir als Erstes die Hilfbereitschaft der litauischen Motorradfahrer kennengelernt. Wir standen beratschlagend vor einer Infotafel in Trakai, als Dmitri von den Baltic-mototours anhielt und uns sofort den Weg zum Campingplatz " Kempingas Slènyje " zeigte, indem er einfach mit seinem Motorrad vorweg fuhr. Leider hatte er keine Zeit mehr und wir konnten uns kaum bei ihm bedanken.
Der Campingplatz , am Galvesee gelegen, bietet allen Comfort, den man sich wünscht und bietet zudem auch noch eine malerische Aussicht über den See hinweg auf die Inselburg bei Trakai. Nach dem Zeltaufbau gönnten wir uns im platzeigenen Restaurant ein schönes "Essen mit Burgblick" und genossen den Urlaub...
Ausgeschlafen und mit Lust auf einen Stadtrundgang schlüpften wir am nächsten Tag in unsere Wanderstiefel und legten den Weg in die Stadt per pedes zurück, damit auch Hannes mal eine schöne Strecke laufen konnte.
Mit Hund unterwegs zu sein, erfordert halt auch, dass man Wege zu Fuß zurücklegt. Das passt das Wandern zum Hund sozusagen...

Trakai bietet natürlich in erster Linie die Burg zum Anschauen. Da die Warteschlange davor allerdings in den 3-stelligen Meterbereich ausartete, zogen wir es vor, uns die Stadt ohne Burg anzuschauen.
Wir gingen u.a. durch die Straße mit den 3-Fenster-Fronten: In diesen Häusern wohnen Karäer, eine turksprachige Volksgruppe mosaischen Glaubens. Dann tingelten wir noch an Touriständen entlang, an denen eine große Auswahl an Bernsteinschmuck , gestrickten Handarbeiten und einigem regionalem Allerlei geboten wurde. Nach einer Stärkung in einem der vielzähligen Restaurants und Cafès saßen wir abends wieder zufrieden vor`m Zelt und genossen den lauen Sommerabend.


8. Tag, Freitag, 365 Km: Tagesetappe bei bedecktem Himmel Richtung Kaunas , dann an der Memel entlang bis zum Kurischen Haff nach Klaipeda. In Klaipeda fuhren wir direkt zur Fähre, die man nehmen muß, wenn man von der litauischen Seite auf die Kurische Nehrung möchte.
Die Kurische Nehrung ist ein 98 km langer Landstreifen, der das Kurische Haff von der Ostsee trennt. 52 km Länge gehören zu Litauen und 46 Km zu Russland. Die litauische Grenzstadt ist Nida. Ein Phänomen sind die vom 14.- 19. Jahrhundert gesetzten Wälder, die dafür sorgen sollten, dass der Sand nicht weitergetragen wird und ganze Dörfer unter den darunter verschwinden. Leider besteht nun die Gefahr, dass die Dünen verschwinden, da durch die bestehenden Wälder kein neuer Sand mehr herangetragen wird.
Die Fahrt nach Nida zum Campingplatz gestaltet sich als recht ermüdend, da die eine einzige Straße wenig Abwechslung und viele Geschwindigkeitsbeschränkungen bietet. Ist man aber erst mal beim Platz angekommen, findet man westlichen Standart gepaart mit westlichen Preisen...
9. Tag, Samstag, 0 Km: Um sich auf der Nehrung mal ein wenig umzusehen, bedarf es hier keines Fahrzeugs, also schauten wir uns erst mal den Strand an. Tilman und Hannes genossen das Wasser, jeder auf seine Weise, Martin und ich genossen den Anblick der Beiden und konnten ein wenig relaxen...
...solang bis der große Regen kam und wir, bis auf die Haut durchnäßt, im Dauerlauf zurück zum Campingplatz liefen.
Nachmittags war aber die Sonne wieder zu sehen und nun waren die Dünen an der Reihe, auch "Litauische Sahara" genannt. Auf der größten, ca. 60m hohen Düne befindet sich eine riesen Sonnenuhr, dessen Original im Dezember 1999 dem Sturm "Anatol" zum Opfer fiel.
In Nida finden sich noch immer 54 schöne alte Fischerkaten, gerahmt mit Holzzäunen und umgeben von alten Bauern- und Rosengärten . Thomas Mann hat in Nida hoch oben auf einem Hügel, dem Schwiegermutterberg, sein Feriendomizil gebaut und dort mit seiner Familie die Sommermonate verbracht .Er schrieb dort große Teile seines Romans " Joseph und seine Brüder".
Ansonsten ist Nida eine touristisch voll erschlossene Kleinstadt, mit allen Vor-und Nachteilen, denen man auf Schritt und Tritt begegnet.



- Lettland -

10. Tag, Sonntag, 370 km : Weiterfahrt nach Lettland über Klaipeda - Mazaikiai - Saldes- Schotterpiste Richtung Talsi - Upesgriva, dann an der Küste der Rigaer Bucht entlang bis zu einem sehr schön und still gelegenen Campingplatz Plauciel bei Purciens.
Heute hat sich mein Navi wieder sehr schöne kleine Schotterpisten für uns ausgesucht. Das Schöne an diesen kleinen Strecken ist, dass wir immer nahe bei den Menschen sind. Keine große Autobahn um schnell Ziele zu erreichen, lieber kleine geschotterte Straßen fahren, die durch Orte durchführen, in denen die Bewohner uns lachend und manchmal auch winkend grüßen. Das ist unsere Vorstellung vom Reisen ...
Leider zeigt das Gespann von Martin leichten Kräfteverlust beim Überholen, geht dann irgendwann aus und erwartet einige Zuwendung von uns: Ein Einzylindermotor ohne festsitzende, funkenbringende Kerze kann sich noch so drehen, aber vorwärts bringt er das Gespann nicht.
Nach dieser kleinen Pause lief die FMX wieder problemlos und wir erreichten gut gelaunt den idyllisch gelegenen Campingplatz .
11. Tag, Montag, 0 km: Vom Campingplatz über einen Sandweg nur ca. 250 m entfernt gelegen, verbrachten wir heute einen wunderschönen Tag am Strand. Die Rigaer Bucht ist an dieser Stelle fast menschenleer. So wanderten wir stundenlang barfuß durch den Sand, immer die Augen auf eventuelle Bernsteinfunde gerichtet. Bernsteine sind hier relativ häufig zu finden. Am meisten Glück hatte natürlich Tilman, jedoch selbst Martin und ich wurden fündig und freuten uns wie die Kinder über die kleinen unscheinbaren Steinchen.
Nicht so unscheinbar war dagegen der tote Seehund, der vehement von Hannes verbellt wurde...
Da der Campingplatz einen kleinen Laden führt, konnten wir uns am Nachmittag mit Essen eindecken und beschlossen den Tag mit Grillfleisch, Salat und einem kühlen Bier!


12. Tag, Dienstag, 380 km: Fahrt an der Küste entlang durch Riga. In Riga tobt das Leben und der Straßenverkehr. Im Stau stehend wurden wir von einem netten Motorradfahrer gegrüßt und er kramte schnell eine Kamera raus um uns zu fotografieren. Er hat uns schnell noch etwas erzählt, was wir aber leider nicht verstehen konnten und es blieb keine Zeit , die Hände und Füße als Hilfe zu benutzen...
Anscheinend boten wir ein lustiges Bild, da es einige Autoinsassen gab, die uns mit ihren Handys ablichteten.Immer begleitet von fröhlichen Gesichtern.
Kurz hinter Riga fuhren wir auf der "Via Baltica" an eine etwas marode Tankstelle und beschlossen , im nebenstehendem, nicht sonderlich einladend wirkenden Rasthof etwas zu essen. Die Frage Martin`s nach einem Mittagessen sorgte für einen Dialog der besonderen Art: " Sprechen Sie deutsch? Do you speak english?" Er breit grinsend : " Njet! Wy gawariti parusski ?" Martin, ebenso grinsend: " Njet !" also kamen mal wieder Hände und Füße zu Hilfe... Der Wirt brachte uns anschließend die Karte und erklärte uns auf sehr lustige Weise die Gerichte nach Menge, Zutaten und Geschmack. Auf meine Bitte schoss er von uns noch ein Foto und nach dem leckersten Essen des ganzen Urlaubs verabschiedeten wir uns händeschüttelnd, pappsatt und winkend von ihm und seiner Frau. Das ist gelebte Gastfreundschaft!

Kurz vor der estländischen Grenze dann noch eine nette Begegnung mit einem dneprgespannfahrenden Pärchen aus Litauen. Sie kamen uns entgegen und bei Sichtkontakt wechselten sie mal eben die Straßenseite und kamen direkt auf uns zu. Es folgte eine überschwengliche Begrüßung und ein sehr nettes Gespräch. Sie waren ein Studentenpaar aus Litauen, die mit ihrer Dnepr in Skandinavien -Finnland und Estland - im Urlaub waren und nun auf dem Heimweg. Lustigerweise saß die Freundin auf dem Soziussitz, weil der Beiwagen voller Ersatzteile war, die sie auf ihrer Reise schon mehrfach gebraucht hatten. Aber sie waren glücklich, dass sie es so weit geschafft hatten.





- Estland -


Der Grenzübergang nach Estland war fast nicht wahrnehmbar, wäre da nicht die an`s finnische erinnernde Schreibweise gewesen.
Unser nächstes Tagesziel sollte die Ostseeinsel Kihnu sein. Eine Insel, auf der das Gespannfahren eine lange Tradition hat... gefahren von den Frauen, deren Ehemänner als Fischer zur See fahren. Frauen, die den Alltag allein mit den Kindern meistern und nebenbei mit Stolz alte Traditionen, Trachten und Feste pflegen.
Da die insel zu Sowjetzeiten selbst für Festlandbewohner tabu war, konnten sich dort alte Lebensgewohnheiten über lange Jahrzehnte erhalten. Wir waren sehr gespannt !

Auf dem Weg zur Fähre hatten wir mal wieder Glück, denn wir konnten direkt am Fährhafen in Lao auf die wartende kleine Fähre "Amalie" auffahren. Man könnte meinen , sie hätte direkt auf uns gewartet.

Nach ca einer dreiviertel Stunde fuhren wir die ersten Meter über das 16,9 km² , 500 Einwohner zählende Eiland ... und suchten nach einer von zweien im Reiseführer genannten Unterkunft. Im "Rockcity" wurden wir fündig und bezogen ein kleines Zimmerchen in einer im sowjetstil gehaltenen Baracke direkt am Meer. Angenehm war das angeschlossene Restaurant mit Blick von der Terrasse direkt über`s Meer. Weniger angenehm war der Zimmerpreis: 49 € ohne Frühstück !
Aber die Kefirsuppe war der Hit ! Sie sollte im weiteren Verlauf unseres Urlaubes noch einige Male auf unseren Speiseplan kommen....



KIHNU
13. Tag. 18 km über die Insel in slow motion Heute hatten wir fast den ganzen Tag Zeit, uns "meine" kleine Insel anzuschauen. Alles fing mit einem teuren aber dafür mittelmäßigen Frühstück an. Enttäuschend. Aber das war auch das Einzige, was auf Kihnu zu bemängeln war. Wir packten unsere Mopeds und wollten eigentlich in`s Inselinnere aufbrechen. Hannes gefiel es allerdings vor Ort so gut, dass er einfach nicht einsteigen wollte. Auf Zuruf zeigte er sich stur und verschwand kurzerpfote einfach wieder im Haus - nicht ohne sich vom am anderen Ende der Unterkunft aus zu vergewissern, ob wir noch bei den Mopeds auf ihn warteten.... okay, dann sind wir eben ohne Hannes los...und siehe da: Mit fliegenden Ohren rannte er uns hinterher.
Die Inselrundfahrt begann in Linaküla mit dem Heimatmuseum, in dem sehr schön das Leben der Bewohner dargestellt wird, und führte uns weiter zum Leuchtturm, der am südlichen Ende der Insel für die Sicherheit der Schifffahrt sorgt. Die Wege auf der Insel sind bis auf wenige Hauptstrecken geschottert .Wir ließen die Fahrerei gemütlich angehen und Hannes kurzerhand neben den Mopeds freien Lauf .Er freute sich über diesen sportlichen Einsatz. Nebenbei hielten wir natürlich Ausschau nach den angeblichen über 30 Gespannen, die es auf dieser kleinen Insel geben sollte: Und tatsächlich. Fast auf jedem Bauernhof standen sie: Ish-Gespanne mit Holzaufbauten, genutzt als Lastenboot, oder mit Beiwagen für den Passagier: Die Oma, Kinder...eben alles, was es zum Transportieren gibt. Es gibt auf Kihnu weit mehr Gespanne als Autos!
Im Zentrum der Insel gibt es das Kurase-Zentrum mit dem einzigen kleinen Laden, in dem es wirklich Alles gibt... Brot, Waschmittel, Socken, Sonnenbrille, Wurst und Käse, Spielsachen...und das ganze auf einer Fläche von geschätzen 20 m². Wahrscheinlich erfährt der interessierte Einwohner dort auch alle geheimen und nicht so geheimen Inselgeschehnisse . Uns begegneten einige Jugendliche auf kleinen Crossmopeds und Frauen in Trachten auf Fahrrädern - leider ohne Gespann. Irgendwie fanden wir`s hier richtig gemütlich und wir hätten noch eine Weile hier bleiben können, wenn, ja wenn wir nicht mit der Nachmittagsfähre wieder auf`s Festland gewollt hätten...
Kleine Anekdote nebenbei: Während mein Navi ( Navgear MX 350 ) mir sehr genau alle Straßen und Wege der Insel zeigte, fuhren wir Martin`s Navi ( Gamin street Pilot III mit 2009 er Software )zufolge die ganze Zeit in der Ostsee spazieren!

Dieselbe Fähre, die uns einen Tag vorher hier landen ließ, brachte uns nun nachmittags wieder zum Festland zurück und wir erreichten nach ca. 180 km über Töstamaa und Vatla den Hafen in Virtsu, um mit der nächsten Fähre zur Insel Saaremaa überzusetzen, genauer gesagt, ihre Vorinsel Muhu. Über eine Dammstraße kamen wir dann auf Saaremaa in der schönen Stadt Kuressaare an. Eine Stadt mit vielen schönen Holzhäusern, jedoch auch viel Trubel, Hotels und Tourismus.
Einen Campingplatz fanden wir, nachdem wir einen Tipp von drei estnischen Motorradfahrern bekommen hatten, hinter Nasra. Dieser Tipp sollte sich schnell als Flopp erweisen, denn dort gab es neben unzähligen Mücken und Pferdebremsen, einen stinkenden Strand und des Nachts auch feiernde Gäste. Es war grauselig!


14. Tag, 185 km : Nach einer fast schlaflosen Nacht sind wir heute schon um 8.15 Uhr am packen gewesen. Bloß weg hier. Durch Kuressaare wieder Richtung Festland. Aber Moment: Ich brauchte dringend eine Schraube für mein Helmschild. Das Panzertape zum Fixieren ist halt nicht die beste Lösung, also mal kurz beim Husquarna-Händler angehalten. Was nun kam war gelebte Hilfsbereitschaft: Der Mann am Thresen schaute sich die abgebrochene Schraube an, lief in`s Lager, kam wieder, probierte, lief wieder in`s Lager und schaute etwas rätselnd. Dann wurde das Nachbargeschäft bemüht und er war bestimmt eine 1/4 Stunde weg... Wir dachten schon, das war`s..aber weit gefehlt. Freudestrahlend kam er triumphierend mit einer Schraube in der Hand an. Diese passte. Und auf meine Frage, was er nun für diesen Dienst und die Schraube haben möchte, kam ein Lächeln zurück und ein " It`s okay, no Problem. Do you like Estonia? "
Ja ! Eindeutig! Das Land, die Menschen mit ihrer Freundlichkeit.
Eine Sehenswürdigkeit wollten wir uns noch auf Saaremaa anschauen: Bei Kaali gibt es eine kleine Kraterlandschaft mit einem Hauptkrater , der 110 m im Durchmesser mißt und mit grünlich schimmerndem Wasser gefüllt ist, sowie 8 kleineren Nebenkratern. Sie sind ca vor 4000 Jahren antstanden, nachdem ein ungefähr 4.000-10.000 Tonnen schwerer Meteorit auf der Erde eingeschlagen war. Dieser Hauptkrater ist einer der größten Krater in Europa.
Wieder auf dem Festland angekommen, fiel uns ein kleines Schild am Straßenrand auf: Oldtimermuseum. Also, mal schauen. Eine kleine Scheune mit wenigen Ausstellungsstücken, dafür eine feine Auswahl: Ein extra angefertiges Scoda-Allradgeländefahrzeug als Einzelanfertigung für Himmler, daneben in ungewohnter Eintracht eine sowjetische Präsidentenlimosine, ein Wolga Tschaika GAZ 14 ! Alles in Allem doch recht interessant.
Weiter ging`s gen Norden auf kleinen Landstraßen Richtung Haapsalu.

15. Tag, 0 Km Motorrad: Gestern haben wir einen sehr schönen kleinen Campingplatz in Haapsalu gefunden: Camping Pikseke , geführt von einem finnischen Ehepaar, die nach Haapsalu ausgewandert sind. Der Campingplatz erweckt einen familiären Eindruck, man bekommt Tipps, am Morgen Brötchen und auch eigenen Honig vom Nachbarn. An diesem Wochenende fand zudem auch noch das " American-Beauty-Car-Treffen " statt. Wie sich später herausstellte, sah man in der ganzen Stadt amerikanische Autos fahren... seltsamer Anblick im ehemals sowjettischen Sektor, aber es zeugte auch von er weltoffenheit und Modernität Estlands.
Da wir uns heute mal die Stadt anschauen wollten, liefen wir zu Fuß die paar Kilometer in die Stadt. Als erstes kamen wir am Museumsbahnhof vorbei, bei dem verschiedene historische Züge zu sehen waren, u.a. ein Transportzug der deutschen Wehrmacht aus dem 2. Weltkrieg und auch eine Diesellock, die über Jahrzehnte hinweg über mehrere Millionen Kilometer zwischen Riga und Moskau ihren Dienst tat. Und auch der Bahnhof selber war ein bauliches Kunstwerk aus vergangenen Zeiten.
In der Stadt gibt es viele kleinere, in erster Linie Holzhäuser mit integierten kleineren Läden, in denen es das eine und andere Mitbringsel für zuhaus zu finden gibt...
Wir schlenderten an der Promenade dieser alten Kurstadt entlang, in der auch schon der Zar Peter der Große und auch der Komponist Peter Tschaikowsky Erholung suchten.
Haapsalu ist für uns eine Stadt, in der man sich richtig wohl fühlen kann und wir auch gern noch einmal herkommen werden, wenn uns eine nächste Reise mal wieder in diese Richtung führt.

16. Tag, 370 km: Der Abschied von Haapsalu wurde schwer. Das Wohlfühlambiente auf dem Campingplatz, die schöne alte Stadt... bevor wir losfahren konnten, stellten wir uns einem "Fotoshooting": Herr Lehtonen, der Platzinhaber, und noch einige Gäste zückten ihre Kameras und es wurde noch etwas geplaudert...aber dann Motoren an und los.

- Lettland -

Die Route führte uns heute über Pärnu durch Valga nach Valka / Lettland. Von Valga nach Valka ist es nicht wirklich weit, denn es ist eine geteilte Stadt: Zuerst fährt man in die Stadt Valga, biegt dann mitten in der Stadt rechts ab und indem man die Straße wechselt befindet man sich schon in Lettland. Optisch nicht zu erkennen, außer an einem Schild wo Lettland draufsteht. Eine Stadt mit zwei Namen, zwei Sprachen, zwei Währungen und zwei Nationalitäten. Leider sind wir nur durchgefahren...beim nächsten Mal.
Weiter auf kleinsten Straßen und dabei auch ca. 40 km Piste über Smiltene und Cesis nach Sigulda. Allerdings auf geschätzten 30 km Piste mußten wir durch Starkregen fahren. Fahren im Blindflug! Sogar einige Autofahrer blieben stehen und warteten, dass der Regen nachließ. Aber stehenbleiben und warten? Worauf? Das das Boot vollläuft? Regensachentest im Stehen? Dann einfach vorsichtig weiter, sehr vorsichtig...und dann war`s geschafft. Wir waren in Sigulda und steuerten direkt den Campingplatz an. Der sah auf den ersten Blick eher wie ein belagerter Parkplatz aus, genügte aber unseren Ansprüchen: Zelt stand, nette Nachbarn und ein Fluß für Tilman und Hannes zum Baden. Mit Hannes im Wasser bekamen wir dann allerdings Ärger beim Platzwart, was bei uns und auch bei anderen Besuchern auf Unverständnis stieß. Es war ja schließlich keine Badeanstalt und alle, die Abends noch am oder im Wasser waren, waren weit weg. Also Hannes raus, zurück zum Zelt und einen ruhigen Abend verbracht. In Sigulda hatte es übrigens den ganzen Tag keinen Regen gegeben - keinen Tropfen.
Da der Campingplatz und auch die in direkter Nachbarschaft stehende Freizeitanlage für richtige "Abenteurer" eine umfangreiche Palette an Angeboten parat hat, war es uns ganz recht, dass dieser Abend ein ruhiger war.
Eine nette Begegnung hatten wir schon bei der Ankunft gehabt: Eine Gruppe von reisenden Rentnern fielen geradezu über uns her und ich glaube, wir bedachten uns gegenseitig mit Erstaunen. Sie wegen unserer Fortbewegung und wir, ob des Altersdurchschnittes dieser netten Leute: Der Jüngste 68, der Älteste 82 Jahre alt, fuhren sie mit ihren Wohnwagen und -mobilen von Treffpunkt zu Treffpunkt - 6 Wochen lang durch`s Baltikum inklusive 1-wöchigem Auffenthalt in St. Petersburg. Respekt! Sie hatten sich im Internet kennengelernt und verlebten nun jedes Jahr eine längere Reise miteinander.
Unsere Wege sollten sich noch einige Male kreuzen...

17. Tag, 285 Km : der Abschied fiel uns heute morgen nicht schwer, da dieser Campingplatz( Camping Sigulda Pludmale ) unserer Meinung nach eher nur für eine Nacht gut ist. Die Rentnertruppe wurde da schon ausgiebiger verabschiedet. Für sie ist der offizielle Teil ihres Urlaubs ab hier auch vorbei.
Heute hieß es leider von uns auch Abschied von Lettland zu nehmen.

- Litauen -

Auf dem Rückweg durch Litauen wollten wir unbedingt noch zum Berg der Kreuze bei Siauliai. Kurz vor der Grenze wurden erst einmal die letzten Lati in Essen umgesetzt, da wir wohl leider nicht mehr so schnell wieder nach Lettland kommen werden und wenn, dann wurde eventuell mittlerweile auch in diesem schönen Land der Euro eingeführt. Allemal wünschenswert.
Berg der Kreuze: Man fährt etwa 12 Km von Siauliai in Richtung Riga und kommt zu einem beeindruckenden Hügel, beeindruckend, da man in ein Meer von Kreuzen schaut. Von Weitem gleicht es einem Wald ohne Blätter, doch je näher man kommt, desto deutlicher erscheinen einem die Umrisse dieses christlichen Bauwerkes mit Symbolcharakter. Steht man davor, ist man fast erschlagen von abertausenden, unzähligen kleinen und großen Kreuzen. Kreuze aus Holz, Eisen, Draht und Edelstahl; sie sind genagelt, geschnitzt, gebunden; edel und teuer oder einfach aus Eisstielen, Gräsern oder Kabeln gebunden...
...ich bin selten sprachlos. Aber hier war ich tief betroffen.
Auf der Suche nach einem Hinweis zum im ADAC-Campingführer ausgewiesenen Campingplatz fuhren wir danach in die Stadt Siauliai ein, landeten mitten in der Innenstadt und trafen auf einen nach Litauen ausgewanderten Deutschen, der freudestrahlend und hilfsbereit uns den Weg zu einem ihm bekannten Platz wies. Dies war zwar nicht der gesuchte, sondern ein ganz neu eröffneter Privatcampingplatz, aber die Lage und die liebevoll gestaltete Grünanlage war uns auch sehr recht. Da wir bei unserer Ankunft die einzigen Gäste waren, so erschien es für uns auch nicht dramatisch, dass es auf dem ganzen Platz nur 1 ( in Worten: ein !) Bad mit Dusche und WC gab. Nicht auszudenken, wie es bei voller Belegung hier zugehen würde....
Leider war uns der Zugang zum benachbarten Restaurant verwehrt, da man mit Hunden nicht einkehren durfte, also wurde halt zuhaus gespeist.Auch gut.



18. Tag 340 Km:
Dank Navgear und seiner Streckenvorschläge sind wir heute auf kleinsten Straßen, ja sogar öffentlichen Feldwegen Richtung Südost gefahren und haben den offiziellen Geografischen Mittelpunkt Europas aufgesucht. Unterwegs, wir waren gerade vom Feldweg auf eine Schotterpiste aufgefahren, dann ein Schild: Achtung Ufer! Wir trauten unseren Augen nicht. Wo sollte hier ein steiles Ufer sein? Mitten auf der Piste... zwischen Feldern. Nach ein paar, zugegebenermaßen vorsichtig gefahrenen Metern, dann die Antwort. Ein Fluß. Der Neris, wie wir später gelesen haben, zieht hier, tief in`s Land eingeschnitten durch. Deswegen war er für uns nicht sichtbar. Eine wenig vertrauenserweckende kleine Treibfähre kam grad an unser Ufer. Über lose Holzbohlen hinweg fuhren wir auf und stellten die Gespanne nach Anweisung des jungen Fuhrmannes linksseitig auf, da noch ein Geländewagen mitwollte. Der Wagen brachte die Fähre dann auch wieder in`s Gleichgewicht, was meinen Adrenalinspiegel wieder beruhigte... Es gibt schon ein mulmiges Gefühl, wenn sich so eine Holzfähre gefährlich nah dem Wasserspiegel neigt. Aber alles war gut, wir kamen entspannt auf der anderen Seite des Flusses an und konnten sofort weiterfahren.
Zum Besuch des Geografischen Mittelpunkt Europas hatten wir zwei Orte zur Auswahl: Der erste, genauer berechnnete Mittelpunkt, liegt unscheinbar auf einem Berg ( 54° 54'0'' nord, 25°19'0''ost ); der offizielle andere Mittelpunkt liegt ca 5 km davon entfernt in einer Parkanlage.
Heute gab es am Abend dann ein Wiedersehen auf dem Campingplatz in Trakai: Wir wurden bei der Ankunft freudig begrüßt und konnten gleich mit dem Zeltaufbau beginnen. Hier sahen wir auch die Wohnwagenrentner wieder, wie sie vor ihren "Häusern" saßen und uns freundliche Blicke zuwarfen. Abends dann gemütlicher Ausklang im Restaurant und Beisammensitzen am Zelt mit einem Pärchen aus Bottrop, Claudia und Arndt. Die Beiden waren bereits auf ihrer Tour in Skandinavien gewesen, hatten insgesamt 1 Jahr Zeit und wollten noch über den Osten in die Türkei weiterreisen.
Interessant war auch das Gespräch mit drei Polen, die auf 2 Super Tenerès und 1 VFR dort waren und begeistert Fragen zur Gespanntechnik stellten. Allerdings machten mir meine mangelnden Englischvokabelkenntnisse zu schaffen und ich war sehr mit Umschreibungen beschäftigt, hoffend, dass es einigermaßen verständlich rüberkam...


- Polen -

19. Tag, 390 km: Weiterfahrt von Trakai über Alytos nach Polen. Heute nur Kilometer gemacht. Die Straßen waren wieder gewohnt schlecht, aber es war eigentlich trotzdem ein schöner Tag. Besonders der Campingplatz in Dywity, ca. 10 Km nördlich von Olsztyn war ein kleines Highlight: Den Weg dorthin konnte man nur erahnen, da die letzten Kilometer über einen staubigen, nicht asphaltierten Waldweg führten und wir schon meinten, wir wären hätten uns verfahren. Dann eröffnete sich aber ein kleiner, familiär geführter Platz, völlig von einem Fluß umgeben, der mitten in der Natur viel Platz zum zelten und für Hannes zum toben bot.

20. Tag, 370 km: Recht langweilig und ereignislos ging`s heute über noch schlechtere Straßen mitten durch Polen durch. Manches mal meinte ich mit der linken Fußraste am Asphalt hängen zu bleiben. Erst am Abend wurde es spannend, als es an`s Übernachten ging: Auf der Suche nach einem Campingplatz fanden wir das "Malle von Polen " Ein abgesperrtes Terrain, securitygeschützt, massenüberlaufen, Hotel, Hütten und Zeltplätzen und gefühlten 10.000 partybegeisterten Polen. Überall bot sich das gleiche Bild: Auf dem dunklen, sandigen Waldboden standen Zelte, Autos und qualmende Grills. Dazu gab es lärmende Kinder, bellende Hunde, aus den geöffneten Autos plärrende Musik und zum Schutz der Batterie wurden die ganze Zeit die Motoren laufengelassen. Auch ohne viele Worte war uns dreien sofort klar, dass wir hier nicht bleiben wollten. Es war einfach schrecklich!
Also wieder rauf auf`s Moped und weg, egal wohin, erst mal raus aus diesem Horror... es konnte ja nur besser werden...
...und es wurde besser!
10 Kilometer weiter fanden wir aus dem Augenwinkel heraus ein Agroturystyka, einen privaten Hof mit Zimmervermietung. So eine herzliche Aufnahme der ganzen Familie - wir waren mehr als begeistert. Es entwickelte sich einer der schönsten Abende des Urlaubs und als wir müde in den Betten lagen, waren wir einfach nur zufrieden und glücklich, zumal es zwischenzeitlich ordentlich angefangen hatte zu regnen. Die Krönung gab es am nächsten Morgen in Form von frischen gekochten Hühnereiern, frisch gezapfter Kuhmilch vom Nachbarn und dazu das passende Brot.


- Deutschland -

21. Tag, 420 Km: Der heutige Abschied wurde schwer. Die ganze Gastfamilie stand im Hof , es wurde fotografiert, in die Arme genommen und jeder verabschiedete sich von jedem auf`s Herzlichste. Auch die Sonne zeigte sich wieder, die Straßen waren zwar immer noch schlecht, die Laune aber dafür wieder ganz oben...
Nun zeigten die Vorderräder Richtung Westen und am Abend wollten wir die letzte Nacht auf einem Campingplatz in Deutschland verbringen. Vorher mußten allerdings noch Zloty unter`s polnische Volk gebracht werden: Wo kann man das besser, als bei einem guten Essen in einem super nett geführten Restaurant, bei dem sogar die Chefin überraschenderweise fließend deutsch spricht.
Selbst ein kleiner Defekt an Martin`s FMX konnte bei einer anschließenden Pinkelpause unsere gute Laune nicht schmälern: Ein auffliegender Stein hatte unbemerkt die Streuscheibe vernichtet. Es wurde ein Tüten- und Tesafilmprovisorium gebastelt und dieses sollte auch die letzten ca. 600 Kilometer bis zuhaus halten.
Den Abend verbrachten wir wieder auf deutschem Boden bei Königstein auf einem völlig überfüllten Campingplatz, allerdings mit schöner Aussicht auf die Burg, direkt an der Elbe.

22. und letzter Tag, ca 450 Km: Am letzten Tag reihte sich in Sachsen Ortschaft an Ortschaft. Es war recht nervig und brachte uns nur langsam voran. Hannes erbrach sich mehrmals, sodass wir schon Angst bekamen, er hätte sich vergiftet oder zumindest anders den Magen verdorben. Es war ein ständiges Hannes-aus-dem-Boot, Boot-sauber-machen, Hannes-wieder-in`s-Boot.
Erst mit Erreichen von Thüringen gab es bei Hannes eine Besserung, somit stieg auch unsere Laune wieder und es konnte zügiger Richtung Heimat gefahren werden.


Baltikum
stepmap.de: Jetzt eigene Landkarte erstellen
StepMap Baltikum




Hier seht ihr unsere Fahrtroute im Überblick :

Die unterstrichenen Orte zeigen, wo wir übernachtet haben.

Nach 5572 Kilometern war dieser super schöne Urlaub vorbei.
Es bleiben viele nachhaltige Erinnerungen, nette neue Kontakte und der Rückblick auf vier bereisenswerte Länder, die es wert sind, wiederzukommen.


Versprochen.


Suche
Counter

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü
1.